Zahnarzt-Rechnungen auf dem Prüfstand der Krankenkassen

Bisher war es so, dass die gesetzlichen Krankenkassen angeblich nie darüber informiert waren, wie viel ihre Versicherten eigentlich an den Zahnarzt aus privater Tasche zahlen mussten. Ein neues Abrechnungssystem soll das zukünftig ändern. Hierzu stellt sich aber die Frage: Warum die späten Prüfungen? Die Krankenkasse erhält mit jedem Heil-und Kostenplan bereits eine Aufstellung -  inklusive - der Zuzahlungen für die Patienten. Die Patienten erhalten im Vorfeld detaillierte Kostenvoranschläge, sodass sie genau wissen, wie viel sie zu zahlen müssen. Dazu kommt, dass es in Deutschland die freie Arztwahl gibt und jeder Patient  eine 2te Zahnarztmeinung einholen kann.

Die Rechnungen für Zahnersatz der etwa 54.000 deutschen Zahnärzte sollen bald durch die gesetzliche Krankenkasse strenger kontrolliert werden. Hierzu fordert die GKV, auch die Teile der Rechnungen überprüfen zu dürfen, die die Versicherten selber nach Ender der Zahnersatz-Behandlung zahlen müssen. Allerdings ist Erstellung der Heil-und Kostenpläne – das sind teilweise bis zu 27 Seiten -  sowie die Vorprüfung dieser, schon mal eine riesige bürokratische Hürde für die Patienten. Warum vereinfacht die GKV also nicht mal die Antragstellung für Patienten? Das hätte auf jeden Fall viele Vorteile und wäre deutlich günstiger.

Der Vizevorsitzende des Spitzenverbandes der GKV - Johann-Magnus von Stackelberg – möchte aber mehr Transparenz bei den Zahnarztrechnungen. Bisher ist es so gewesen, dass die GKV den Festzuschuss gezahlt hat, aber die endgültigen Patienten-Rechnungen nicht zu sehen bekommen hat. Wer aber kommt für die Prüfung der Rechnungen auf? Wer übernimmt die Kosten für Personal, Verwaltung usw.? Die Antwort liegt auf der Hand: natürlich der Beitragszahler, also der Patient.

Der GKV-Sprecher Lanz betonte, es gehe hierbei nicht um Unregelmäßigkeiten im Sinne von Betrug, sondern um eine verbesserte Preis-Transparenz.  Ende März hat der Verwaltungsbeirat der gesetzlichen Krankenkasse eine entsprechende Position beschlossen. Laut Stackelberg ist es Pflicht der gesetzlichen Krankenversicherung, den Patienten die Prüfung der Rechnung abzunehmen.

Der nächste Schritt soll dann ein eigener Zuzahlungs-Preiskatalog sein, wodurch laut der GKV die Preise sinken sollen.
Eine neue Gebührenordnung ist aber bereits Anfang 2012 verabschiedet worden. Warum soll es jetzt schon wieder eine Neue geben? Haben die Damen und Herren der GKV nichts Besseres zu tun?

Diese Aktion ist aber ein optimales Manöver, um von der derzeitigen politischen Diskussion, in Bezug auf die Abschaffung der Praxisgebühr abzulenken. Wenn die Kassen nur das Wohl ihrer Patienten im Sinn haben,  warum zahlen sie dann nicht Teile, bzw. alles, der erwirtschafteten Überschüsse der 14 Mrd. EURO an den Patienten zurück?



 


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