Sind Amalgamfüllungen eine Gefahr für die Gesundheit?

 

Welche Nebenwirkungen haben Amalgamfüllungen?

Ein Nachteil von Amalgam liegt in seinem Ausdehnungsverhalten, das zu einer Infraktion des Zahnes führen kann. Dabei werden Risse verursacht, die den Zahn regelrecht sprengen können.
Menschen, die neben Silberamalgam auch Metalle wie Gold im Mund haben, weisen erhöhte Quecksilberwerte durch elektrochemische Korrosion auf.
Eine Quecksilbervergiftung ist eine häufig diagnostizierte, chronische Krankheit. Betroffene haben vor allem in Leber, Darm, Niere und im Nervensystem eine überdurchschnittliche Menge an Quecksilber gespeichert. Sie berichten von einem metallenen oder bitteren Geschmack, Mundgeruch oder Benommenheit. Hinzu kommen Kopf- und Nackenschmerzen, Muskelzittern, Erschöpfung, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Einschränkungen beim Sehen, Hören oder Gehen, Verfärbungen von Zahnfleisch, Lippen und Mundschleimhaut.
Eine Quecksilber-Allergie ist selten und darf mit einer Intoxikation nicht verwechselt werden! Brennen auf der Zunge, ein geröteter Mund, sowie Hautausschläge verschwinden nach einer Amalgamentfernung wieder.


 

Gibt es Alternativen zu Amalgam?

Als Amalgamersatz dienen Kunststoff, Keramik oder Gold. Es besteht auch die Möglichkeit, den Zahn zunächst mit einem Phosphat-Zement (z.B. Harbard Zement o.ä) provisorisch zu versorgen. Die Verwendung von Heilzement fördert die Dentinbildung und lindert den Schmerz nach dem Bohren. Die Ersatzfüllung bleibt bis zu mehreren Monaten im Zahn und sollte nicht zu sehr beansprucht werden.
Vorsicht! Bei Patienten mit einer Quecksilbervergiftung kann eine Überempfindlichkeit auf weitere Metalle bestehen. In diesen Fällen kann eine Kompositfüllung eine gute Alternative für die Amalgamfüllungen sein. Die Mischung aus Keramik, Glas und Quarz wird unter Verwendung eines Klebers schichtweise in den Zahn eingefüllt. Die Füllung wird sofort durch eine Blaulichtlampe gehärtet. Diese Technik stabilisiert zusätzlich den Zahn und verhindert die sogenannte Sekundärkaries. Es wird empfohlen ein Komposit zu verwenden, welches die beiden kritischen Inhaltsstoffe MMA und TEGDMA nicht enthält.
Eine Kompositfüllung ist mehrere Jahre wenn nicht Jahrzente haltbar. Das Füllen der Zähne mit diesem Verfahren erweist sich für den Zahn als schonend und wirtschaftlich. Ein weiterer Vorteil der Kompositfüllung ist, dass die Füllung wird anhand der Zahnfarbe ausgewählt. Kosten- und Zeitaufwand bleiben im Rahmen.


 

Was ist bei der Entfernung von Amalgam zu beachten?

Eine Amalgamsanierung ist die fachgerechte Entfernung von Amalgam. Vor allem bei einer bekannten Intoxikation mit Quecksilber sollte die Materialentfernung mit einem Höchstgrad an Sicherheit verbunden sein. Denn das Herausbohren des Amalgams führt zu einer hohen Belastung durch Quecksilberdämpfe. Hilfreich sind eine Kombination verschiedener Maßnahmen die eine Quecksilberdampf-Exposition verringern.
Da der beim Bohren entstehende Quecksilberdampf gefährlicher ist, als das Verschlucken einer Zahnfüllung, wird der Mund vorab mit einem Spanngummi (Kofferdam) aus Silikon oder Latex ausgelegt. Dann werden Bohrstaub und Füllungsreste mit einer speziellen Kanüle abgesaugt. Dabei ist der zu behandelnde Zahn von allen Seiten mit einer Kunststoffkappe umschlossen. Rückstandslos nimmt das Clean-up-Saugsystem das Gemisch aus Füllungsresten, Kühlwasser und Quecksilberstaub auf. Da Quecksilberverbindungen nicht in deutsche Abwässer gelangen dürfen, sind Zahnärzte zur vorherigen Reinigung durch einen Amalgamabscheider verpflichtet. Zusätzlich können die Patienten während des Bohrens über eine Nasensonde mit Sauerstoff versorgt werden. Die verwendeten Bohrer verfügen über eine spezielle Verzahnung. Sie erhitzen die Füllung beim Herausbohren weniger, so dass kaum Quecksilberdampf entsteht. Unter ständiger Kühlung des Zahns wird eine starke Erhitzung vermieden. Hinzu kommt, dass ein Aushebeln der Amalgamfüllung mit Instrumenten von Hand angestrebt wird. Dadurch entstehen erst gar keine giftigen Dämpfe. Zwar stellt das Vorgehen das geringste Risiko für den Patienten dar, doch aufgrund der Härte von Amalgam ist ein Aushebeln nicht immer möglich.
Die Amalgamsanierung ist zeitaufwendig. Die Kosten der Schutzmaßnahmen sind überwiegend vom Patienten zu tragen.
 

Wie erfolgen Nachweis und Behandlung einer Quecksilbervergiftung?

Eine Quecksilbervergiftung kann durch den sogenannten DMPS-Test (Dimaval oder Unithiol - Mobilisationstest) nachgewiesen werden. Dabei verbinden sich die vorwiegend im Fettgewebe gespeicherten Quecksilberionen mit DMPS zu wasserlöslichen Komplexen, die im ausgeschiedenen Urin gemessen werden können.

Die biologische Arbeitsstofftoleranz (BAT) - das ist jener Wert, bis zu dem eine Gesundheitsschädigung ausgeschlossen wird - beträgt im Blut 50 Mikrogramm/l, im Harn 200 Mikrogramm/l, normalerweise sollte der Wert im Blut unter 20 Mikrogramm/l liegen.

Eine Blutabnahme zur Bestimmung kann beim Hausarzt erfolgen. Falls eine Vergiftung festgestellt wird, erfolgt eine so genannte Ausleitungstherapie mit Substanzen, die das Quecksilber binden, damit inaktivieren und für eine raschere Ausscheidung sorgen. Dazu werden vor allem so genannte Chelatbildner, Selen und Zink, und unterstützend die Vitamine A, C und E eingesetzt.

Weitere Informationen: Methoden zum Nachweis einer Amalgamvergiftung
 


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letzte Änderung: 19.09.2016