Über Amalgam


Amalgam ist leicht herzustellen, preiswert und gut zu verarbeiten und entspricht in Bezug auf seinem mechanischen Eigenschaften den Anforderungen, die an ein Füllungsmaterial im kaubeanspruchten Seitenzahnbereich gestellt werden.

Je nach Zusammensetzung und Korrosionsbeständigkeit der beim Härten entstehenden Kristallphasen unterscheidet man zwischen den älteren Gamma-2-haltigen Amalgam, das sich durch einen höheren Silberanteil auszeichnet und den neueren Gamma-2-freien Amalgamen das einen höheren Kupferanteil beinhalten. Wegen der höheren Korrosionsresistenz wird heute vor allem das gamma-2-freie bevorzugt, denn mehr Korrosion bedeutet auch mehr Quecksilberfreisetzung. In Bezug auf den Mengenanteil Quecksilber unterscheiden sich die beiden allerdings kaum.

Eine vordosierte Amalgamkapsel für den zahnärztlichen Gebrauch enthält ungefähr 50 % reines Quecksilber und 50 % einer Feilungsmischung verschiedener Metalle, zusammengesetzt aus Silber, Kupfer, Zinn und Zink in unterschiedlichen Anteilen, je nach Hersteller und Qualität des Amalgams.

Amalgamverpackung mit Gefahrenshinweise wie Toxizität, organschädigende Wirkung oder Umweltbealstung

Bei einer durchschnittlichen Zahnfüllung werden ca. 600 mg und bei einer großen Füllung der Backenzähne sogar bis zu 1.000 mg oder mehr Quecksilber in den Zahn eingebracht.

Amalgamfüllungen setzen überwiegend Quecksilberdämpfe (Hg°) frei, die zu über 80% über die oberen Atemwege aufgenommen werden; Hg-Partikel aus Amalgamabrieb werden nur in geringem Umfang durch den Darm resorbiert.

Wie viel Quecksilber tatsächlich aus den Amalgamfüllungen freigesetzt wird und wie viel davon sich im Körper ihrer Träger wieder findet, ist trotz vieler Studien bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Die Angaben hierzu schwanken, abhängig vom jeweils gewählten Messverfahren.

Eins steht jedoch fest: Mit der Anzahl, der Oberfläche und dem Alter der Amalgamfüllungen steigt die Quecksilberbelastung. Eine mechanische Beanspruchung der Amalgamoberflächen (Zähneknirschen, häufige Mahlzeiten, Kauen harter Nahrungsmittel oder Kaugummi) kann vermehrt Quecksilber, u.a. in der gut resorbierbaren Dampfform, freisetzen.

Quecksilberdämpfe sind giftig. Es besteht die Gefahr einer kumulativen Wirkung. Auf der Basis arbeitsmedizinisch-toxikologischer Bewertungen wurde für die Quecksilberkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz ein Arbeits platzgrenzwert (AGW) von 20 μg/m3 festgelegt. Bis 2011 galt ein AGW von 100 μg/m3.
Quelle: BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege)

Zusätzlich stuft die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (MAK-Kommission) Quecksilber in der MAK- und BAT-Werte-Liste als Stoff mit möglicherweise krebserzeugender Wirkung (Kategorie 3B) ein.

Quelle: bgw-online.de Quecksilber in Zahnarztpraxen

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