Die Amalgamallergie


Eine Allergie gegen Amalgam (meistens gegen dem darin enthaltenem Quecksilber) tritt ungefähr gleich wie bei andere Metalle wie z.B. Nickel oder Kobalt. Diese Allergie, die natürlich auch gegen andere Bestandteile des Amalgams auftreten kann, ist durch einen Hautest (Epikutantest) nachzuweisen. Der Epikutantest sollte mit standardisiertem Quecksilber(ll)-amidchlorid in Vaseline ( 1%) und Amalgam in Vaseline (5%) durchgeführt werden. Wünschenswert sind eine 24- bzw. 48-h-Exposition sowie Spätablesungen (mindestens 72 h). Aufgrund vielfältiger morphologischer Reaktionsmöglichkeiten ist die Testung nur von erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen durchzuführen.

Die allergische Reaktion manifestiert sich eher mit lokalen Symptomen wie Mund -und Zungenbrennen, Rötung der Mundschleimhäute, Hautausschläge im Mund-Kopf-Bereich. Eine allergische Reaktion auf Amalgam verschwindet in der Regel unmittelbar nach der Entfernung der Amalgamfüllungen.

Viel schwieriger ist es aber die schleichende Belastung mit dem giftigen Stoff zu fassen, wenn Symptome oft erst nach Jahren nach dem Einbau der Füllung auftreten. Ein direkter Kausalzusammenhang ist oft schwer nachzuweisen. Dazu kommt eine individuelle Empfindlichkeit das Menschen gegenüber den Giften.

Studien

Eine über mehrere Jahre (1991–1997) in Schweden und Deutschland bei 3.162 Patienten durchgeführte Studie ergab, dass 719 Personen mit Amalgamfüllungen – das entspricht 23 Prozent der Probanden – mit dem MELISA-Lymphozytenproliferationstest für systemische allergische Empfindlichkeit positiv auf anorganisches Quecksilber getestet wurden. Mit anderen Worten, sie sind auf Quecksilber allergisch.

In einer kleineren Gruppe mit 85 Patienten, die unter Symptomen des Chronic Fatigue Syndrome (chronisches Müdigkeitssyndrom) litten und ihre Amalgamfüllungen durch metallfreie Füllungen wie Verbundstoffe oder Keramik ersetzen lassen hatten, berichteten 78 Prozent der Probanden von einer Verbesserung ihres Gesundheitszustands im Vergleich zu dem Zeitraum vor der Entfernung der Amalgamfüllungen.