Digitale Praxis 2026 – wie moderne Zahnarztpraxen Technik, Team und Abläufe neu denken


Die digitale Transformation hat auch Zahnarztpraxen erreicht – nicht als Trend, sondern als strukturelle Notwendigkeit. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2025 sind alle Arztpraxen, sowohl kleine, als auch mittlere und große, dazu verpflichtet, die verbindlichen IT-Sicherheitsanforderungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung umzusetzen.

Digitale Schutzmaßnahmen sind folglich nicht länger eine optionale Qualitätsmaßnahme, sondern eine gesetzliche Grundlage für einen sicheren Praxisbetrieb. Neben den Aspekten Hygiene, Patientensicherheit und Datenschutz ist IT-Sicherheit inzwischen ein integraler Bestandteil der Organisationsaufgabe jeder Praxis.

IT-Sicherheit als Pflicht – was sich seit 2025 verändert hat

Mit dem Inkrafttreten der überarbeiteten KBV-Richtlinie sind Praxen verpflichtet, definierte technische und organisatorische Maßnahmen umzusetzen. Dazu gehören unter anderem geregelte Zugriffsrechte, sichere Passwortroutinen, Netzwerksegmentierung, regelmäßige Updates, Protokollierung von Zugriffen und Schulungen des Personals.

Viele wollen eine Pragmatische IT-Sicherheit für Praxen und greifen dabei auf externe Lösungen zurück, um die Richtlinie effizient und alltagstauglich umzusetzen. Hilfreich sind Pakete, die Vorgaben bündeln, notwendige technische Einrichtungen und dokumentierte Prozesse, um die Umsetzung systematisch zu gestalten. Ein Aspekt dieser Lösungen besteht darin, dass professionelle Sicherheitssoftware eingesetzt wird, die normalerweise in Umgebungen wie Finanzinstitutionen oder Konzernen zum Einsatz kommt.

Für Arztpraxen kann dies von Vorteil sein, da sie auf diese Weise Zugang zu Sicherheitsstandards erhalten, die im alltäglichen IT-Handel nicht verfügbar sind. Die neutrale Bewertung ist dabei von entscheidender Bedeutung, denn jede Praxis hat zu prüfen, welche Maßnahmen zur eigenen Größe, Infrastruktur und Risikolage passen.

Digitale Praxisorganisation – wenn Effizienz zum Gesundheitsfaktor wird

Die Digitalisierung in Zahnarztpraxen dient nicht nur der Dokumentation und Kommunikation, sondern zunehmend auch der Prozessoptimierung. Ein strukturierter digitaler Praxisbetrieb verbindet Zeitmanagement, Ressourcenplanung und Behandlungsvorbereitung miteinander. Zu den Aspekten, die in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen sind, zählen digitale Terminsteuerungen, welche die Auslastung transparent machen, automatisierte Recall- und Erinnerungsfunktionen sowie einheitliche digitale Patientenakten, welche Behandlungsinformationen zentral zusammenführen.

Die strukturierte Ablage von Diagnostikdaten – wie beispielsweise Röntgenaufnahmen, Intraoral-Scans oder Fotodokumentationen – führt zu einer signifikanten Vereinfachung der Abläufe. Zudem sorgen klar definierte digitale Kommunikationswege zwischen Behandlungsräumen und Verwaltung für einen zuverlässigen Informationsfluss und eine schnellere Entscheidungsfindung.

Solche Systeme tragen zur Reduzierung von Fehlerquellen, zur Erleichterung von Teamabsprachen und zur Verbesserung der Versorgungskontinuität bei.

Die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass eine größere Menge an Informationen digital verfügbar ist. Dies hat den Vorteil, dass Entscheidungen schneller getroffen und Behandlungswege effizienter koordiniert werden können. Damit digitale Prozesse jedoch verlässlich funktionieren, bedarf es nicht nur Software, sondern stabiler Strukturen im Hintergrund – vom Netzwerk bis zur geschulten Anwendung.

Digitale Kompetenz wird zur Kernressource

Moderne Praxen benötigen ein Team, das mit digitalen Arbeitsabläufen vertraut ist. Es obliegt jedoch nicht der Notwendigkeit, dass sämtliche Mitarbeitenden über profunde IT-Kenntnisse verfügen müssen, jedoch wird die Kompetenz, mit digitalen Systemen kompetent, sicher und vorausschauend umzugehen, zur zentralen Qualifikation.

Zu den wesentlichen Aspekten zählen in diesem Zusammenhang regelmäßige Schulungen zur Cybersicherheit, um das Team dazu zu befähigen, sicherheitsrelevante Situationen zu erkennen und diese korrekt einzuordnen.

Ebenso von großer Wichtigkeit sind klar definierte Verantwortlichkeiten im Umgang mit Daten sowie eine strukturierte Kommunikation zwischen den Behandlungsbereichen und der Verwaltung, damit Informationen verlässlich weitergegeben werden können.

Darüber hinaus ist die Sensibilisierung für Datenschutz und digitale Risiken von zentraler Bedeutung, da viele Sicherheitsprobleme erst durch bewusstes Verhalten verhindert werden können. In der KBV-Richtlinie wird die Rolle der Mitarbeitenden ausdrücklich betont. Selbst die beste technische Lösung verliert ihren Nutzen, wenn das Team nicht weiß, wie sie anzuwenden ist.

Gleichzeitig steigt der Anspruch an interdisziplinäre Zusammenarbeit. Digitale Tools können zwar unterstützend wirken, sie ersetzen jedoch nicht das Verständnis für Abläufe, Zuständigkeiten und Teamkommunikation. Mehr Information darüber, wie entscheidend geschulte Teams für einen sicheren Praxisbetrieb sind, lässt sich unter den Empfehlungen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden für IT-Sicherheit der Datenschutzkonferenz nachvollziehen, die erläutern, welche Kenntnisse und Verhaltensweisen Beschäftigte benötigen, um digitale Risiken im Arbeitsalltag frühzeitig zu erkennen.

Praxisalltag automatisieren

In einer Vielzahl von Zahnarztpraxen werden gegenwärtig digitale Systeme eingesetzt, um administrative Prozesse zu automatisieren. Digitale Systeme können in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Beitrag leisten, indem sie die Vorbereitung der Abrechnung erleichtern, Befunde automatisch dokumentieren oder Vorschläge für Diagnostik und Befundauswertung liefern, die durch künstliche Intelligenz unterstützt werden.

Eine automatische Überwachung des Bestands im Materiallager kann zur deutlichen Vereinfachung der Abläufe beitragen, indem Engpässe frühzeitig erkannt werden. Dies wird durch systematische Fehlerprotokolle ergänzt, die dazu dienen, wiederkehrende Störungen im Praxisbetrieb zu identifizieren und gezielt zu beheben.

Durch den Einsatz von Automatisierung werden Freiräume geschaffen, die es ermöglichen, sich verstärkt auf das Wesentliche zu konzentrieren: den direkten Patientenkontakt. Gleichzeitig sinkt die Fehleranfälligkeit, da Prozesse strukturierter und konsistenter werden. Die Automatisierung ist nicht mit einem Verlust an Kontrolle verbunden. Im Gegenteil: Sie führt zu einer verbesserten Orientierung, da Abläufe standardisiert und transparent dargestellt werden.

Fazit
Die Digitalisierung macht IT-Sicherheit in Zahnarztpraxen zu einer unverzichtbaren Grundlage für einen stabilen, effizienten und gesetzeskonformen Praxisbetrieb. Klare Prozesse, geschulte Teams und verlässliche technische Lösungen stärken sowohl Datenschutz als auch Arbeitsabläufe. Automatisierung und digitale Organisation erhöhen die Qualität der Versorgung, reduzieren Fehlerquellen und schaffen Freiräume für den Patientenkontakt. So wird digitale Kompetenz zu einer zentralen Ressource moderner Praxen.

Zuletzt aktualisiert am 19. November 2025 von COS Zahnärzte

Mihail Cos
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