Zahnersatz: Implantate und konventionelle Prothesen gleich gut

Köln (mp). Zwischen herkömmlichem Zahnersatz und einem im Kiefer implantierten Zahnersatz konnte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) bis jetzt keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Das Institut hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) diese sogenannten "implantatgetragenen Suprakonstruktionen" mit konventionellem Zahnersatz für fehlende hintere Backenzähne (verkürzte Zahnreihe) verglichen.

Als Messgrößen setzte das IQWiG vier Faktoren fest: die vom Patienten selbst empfundene Mundgesundheit, die Funktionstüchtigkeitsdauer des Zahnersatzes, die Kaueffektivität und die Ernährung. Doch da es an aussagekräftigen Studien mangelt, bleibt es unklar, ob Patienten mit einer verkürzten Zahnreihe einen Vorteil davon haben, wenn der Zahnersatz auf ein im Kiefer fest verankertes Implantat aufgesetzt wird. Das Institut empfiehlt der Forschung daher dringend, weitere klinische Vergleiche anzustellen. Insbesondere zur Bewertung der Kaueffektivität würden Studien benötigt, die verschiedene Altersgruppen unterscheiden und auch die Tragezeiten der Prothesen in standardisierter Form berücksichtigen.

Bei der implantatgetragenen Suprakonstruktionen werden künstliche, häufig aus Titan gefertigte Zahnwurzel in den Kiefer eingepflanzt und auf dem Gewinde des Implantats der Kronenaufbau mit dem sichtbaren Zahnersatz aufgeschraubt. Leitlinien empfehlen solche Konstruktionen insbesondere bei Kieferdefekten, etwa bedingt durch Knochenschwund (Kieferathropie) oder Unfälle. Bei herkömmlichem Zahnersatz wird dem Patienten meist eine Krone oder Brücke eingesetzt. Die Gesetzlichen Krankenkassen zahlen ihren Versicherten seit 2005 pauschal einen Betrag, den sogenannten Festzuschuss, unabhängig davon, für welche Art des Zahnersatzes sie sich entscheiden.

 

 

 


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letzte Änderung: 13.08.2012