Neues Schutzgel für Ihre Zähne: Wie Forscher einen Weg gefunden haben, Zahnschmelz neu aufzubauen
Stellen Sie sich vor: ein Spezialgel, das nicht nur verhindert, dass sich Karies bildet – sondern aktiv die harte äußere Zahn-Schutzschicht, den Zahnschmelz, neu aufbaut. Genau so etwas haben Wissenschaftler an der University of Nottingham entwickelt. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie das Verfahren funktioniert, was es für Ihre Zahngesundheit bedeuten könnte und was noch wichtig ist, bevor es in der Praxis verfügbar ist.
Warum ist Zahnschmelz so wichtig?
Zahnschmelz ist die harte Außenschicht Ihrer Zähne. Er schützt vor Säuren, Bakterien und mechanischer Abnutzung. Wenn dieser Schutz verloren geht — etwa durch Erosion, Demineralisierung oder kleine Risse — steigt das Risiko für Karies deutlich.
Bislang galt: Schmelz, der einmal weg ist, wächst nicht nach. Behandlungen wie Fluorid oder Remineralisationsmittel helfen zwar, aber sie ersetzen den verlorenen Schmelz nicht vollständig.
Das neue Gel möchte genau hier ansetzen: nicht nur schützen, sondern reparieren.
Was steckt hinter dem neuen Verfahren?
Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
Forscherinnen und Forscher der University of Nottingham haben ein neuartiges, proteingestütztes und biomimetisches Gel entwickelt – ein Material also, das die natürlichen Prozesse des Zahnschmelzaufbaus nachahmt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Fluorid-Behandlungen, die vor allem dem Schutz und der Härtung des vorhandenen Schmelzes dienen, zielt dieses Gel darauf ab, den verloren gegangenen Zahnschmelz tatsächlich zu regenerieren.
Es wird ähnlich einfach wie eine Fluorid-Lösung aufgetragen, enthält jedoch keinerlei Fluorid. Nach dem Auftragen bildet das Gel eine Art feines Gerüst auf der Zahnoberfläche, in das sich Kalzium- und Phosphat-Ionen aus dem Speichel oder der Umgebung einlagern.
Dadurch entsteht durch einen Prozess, der als epitaktische Mineralisation bezeichnet wird, eine neue, schmelzähnliche Schicht. Diese verbindet sich strukturell mit dem darunterliegenden Zahnmaterial und kann so dazu beitragen, die natürliche Schutzfunktion des Zahnschmelzes wiederherzustellen.

Die Forscher berichten:
„Der Zahnschmelz besitzt eine einzigartige Struktur, die ihm seine außergewöhnlichen Eigenschaften verleiht. … Wenn unser Material auf demineralisierten oder erodierten Zahnschmelz oder freiliegendes Dentin aufgetragen wird, fördert es das Wachstum von Kristallen auf integrierte und geordnete Weise und stellt so die Architektur unseres natürlichen, gesunden Zahnschmelzes wieder her.“
– Dr. Abshar Hasan, Leitautor der Studie (University of Nottingham)
und
„Wir sind sehr begeistert, weil diese Technologie mit Blick auf Zahnärzte und Patienten entwickelt wurde. Sie ist sicher, lässt sich einfach und schnell anwenden – und sie ist skalierbar.“
– Prof. Alvaro Mata, Projektleiter (University of Nottingham)
Was kann das für die Patienten bedeuten?
Für Sie als Patient ergeben sich spannende Perspektiven:
- Frühzeitige Anwendung: Wenn kleine Schmelzdefekte erkannt werden, könnte das Gel helfen, bevor große Bohrungen nötig werden.
- Weniger invasive Eingriffe: Statt sofort Füllung oder Krone könnte dieses Verfahren als Zwischenlösung oder Ergänzung denkbar sein.
- Linderung bei freiliegendem Dentin: Das Gel kann auch auf freiliegendes Dentin aufgetragen werden, was empfindliche Stellen schützen könnte.
- Zukunftsszenario: In Zukunft könnte das Gel nicht nur in der Zahnarztpraxis eingesetzt werden – vielleicht sogar als Bestandteil von Spezial-Zahnpasten oder Mundpflegeprodukten.
Was ist noch zu beachten?
So vielversprechend das ist — hier sind wichtige Punkte, die Sie wissen sollten:
Noch befindet sich die Entwicklung des neuartigen Zahnschmelz-Gels in einem frühen Stadium. Bisher wurde es ausschließlich in Laborversuchen und sogenannten Ex-vivo-Studien getestet, also an außerhalb des Körpers entnommenen Zähnen. Klinische Studien am Menschen stehen bislang noch aus. Die bislang erzeugte Schmelzschicht ist nur wenige Mikrometer dünn, und es ist noch unklar, wie stabil sie sich unter realen Bedingungen im Mund verhält – etwa beim täglichen Kauen, Zähneputzen oder unter dem Einfluss von Säuren aus der Nahrung.
Trotz seines vielversprechenden Potenzials bleibt das Gel also kein Ersatz für bewährte Maßnahmen der Mundhygiene. Gründliches Zähneputzen, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine zahngesunde Ernährung bleiben weiterhin die wichtigste Grundlage für starke und gesunde Zähne. Wann die neue Technologie tatsächlich marktreif sein wird und zu welchen Kosten sie erhältlich sein könnte, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich abschätzen.
Fazit
Das neue Gel der University of Nottingham könnte tatsächlich einen Paradigmenwechsel in der Zahnmedizin einläuten: weg von reiner Prävention hin zu aktiver Regeneration. Noch ist es nicht routinemäßig verfügbar — aber der Weg dorthin ist klar erkennbar. Für dich heißt das: Freue dich auf mögliche neue Optionen in der Zukunft – und bis dahin: bleibe deiner bewährten Mundhygiene treu.
Kurz gesagt: Ein kleiner Durchbruch mit großem Potential – aber noch nicht die heute verfügbare Wunderlösung.
Weitere Literaturquellen:
New gel restores dental enamel and could revolutionize tooth repair
Überblick: Laut der offiziellen Stellungnahme der University of Nottingham haben Forscher ein biomimetisches Gel entwickelt, das verbrauchten Zahnschmelz regenerieren kann, indem es Kalzium- und Phosphat-Ionen aus dem Speichel nutzt, um eine neue schützende Schicht zu bilden – eine potenzielle Revolution für die Zahnmedizin.
Biomimetic supramolecular protein matrix restores structure and properties of human dental enamel
Überblick: Forscher entwickelten eine biomimetische Protein‑Matrix aus elastinähnlichen Rekombinanten (ELR), die auf demineralisierten Zähnen angewendet werden kann und in Laborbedingungen die Struktur und Eigenschaften von gesundem Zahnschmelz nachbildet.
Zuletzt aktualisiert am 13. November 2025 von COS Zahnärzte
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